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Ausstellung

[04|10|2017]

DAS HAUS AM MICHAELERPLATZ
VON ADOLF LOOS
4 Oktober – 4 November 2017

Ausstellungseröffnung:
4. Oktober, um 19.00 Uhr
Vortrag von Prof. Marco Pogacnik
Die Architektur von Adolf Loos

Hochschule München
Fakultät für Architektur
Karlstraße 6, Lichthof

Adolf Loos ist kein Theoretiker gewesen; er war nie interessiert eine Theorie der Architektur zu formulieren. Seine kurzen, improvisatorischen Texte wurden selten in fachlichen Zeitschriften, vorwiegend in Tageszeitungen veröffentlicht und erst nachträglich von ihm selbst in zwei Bänden zusammengestellt. Seitdem hat sich die unbegründete Vorstellung durchgesetzt, seine Bücher würden eine Theorie bilden. Es gibt eine literarische und eine architektonische Seite im Werk von Adolf Loos und, da er im Schreiben sehr begabt war, hat die literarische Tätigkeit die architektonische Arbeit manchmal überschattet. Der Schriftsteller Loos hat den Architekten Loos ein wenig benachteiligt, indem seine Architektur im Sinne einer Umsetzung seines literarischen Werkes interpretiert worden ist. Allzuoft kommt es dagegen bei der Arbeit des Architekten vor, dass er erst im Nachhinein über sein Handeln nachdenkt. Es ist dokumentarisch bewiesen, dass Loos den Entwurf für das Haus am Michaelerplatz schon beendet hatte, als er seinen berühmten Text "Ornament und Verbrechen" zu schreiben anfing.

Diese Ausstellung ist der Versuch die loos’sche Architektur als solche, ohne andere Filter zu würdigen. Die Formgebung, die Kompositionsregeln, die Materialien, die verwendete Bautechnik stellen die eigenen Werkzeuge dar, die die Architektur zur Verfügung hat, um sich selbst als Kunst zu definieren. Die Ausstellung vertritt aber nicht die These einer Autonomie der Architektur. Aus der Geschichte des Entwurfes tauchen alle Bedingungen auf, die Loos hat verarbeiten müssen, um seinen Entwurf erst formulieren zu können. Die städtebauliche Bauordnung, die Normierung im Bereich Baustatik, die Forderungen der Auftraggeber haben den Arbeitsprozess stark beeinflusst.

Die Ausstellung wird den vollen Arbeitsprozess von Loos durch alle Zeichnungen wiedergeben, die für die Realisierung einer solchen Aufgabe notwendig waren. Nach den ersten flüchtigen Skizzen wurden die Arbeitszeichnungen bearbeitet, danach die Blätter der Einreichungen für die Baugenehmigung und darauf folgend die sogenannten Auswechslungspläne (Korrekturen auf der Baustelle), die Werkzeichnungen, die Zeichnungen für den Kataster sowie die Präsentationszeichnungen. Diese reiche und vielfältige graphische Dokumentation ist jetzt zum ersten Mal geordnet worden und in der Ausstellung in acht Abschnitte gegliedert:
1. The Vienna of Adolf Loos
2. The Building Line
3. The Project
4. Building Permission
5. The Construction Site
6. The Façade
7. From the End of the Construction Site to the Restoration (1913-1989)
8. The second Construction Site of the House at Michaelerplatz

Jede Abteilung ist durch einen knappen Text eingeführt und alle Zeichnungen im Katalog eingehend beschrieben. Die ausgestellte Dokumentation wird auch von 4 kurzen Videos abgerundet, die das Ziel haben, den Arbeitsprozess von Loos erfahrbar zu machen.

Kurator Prof. Marco Pogacnik
Assistenten Sara Bortolato und Alberto Franchini
Ausstellungskoordinator Prof. Arch. Piero Bruno

Katalog ist in englischer Sprache erhältlich

Die Ausstellung ist eine Cooperation von The Formwork, Cultural Association Venice

Adresse


Karlstraße 6, 80333 München
Tel.: 089 1265-26 25
E-Mail: architektur@hm.edu